Landwehr und Hückelsmay Teil II

 

 

Landwehr

Definition Prof. Dr. Johanek, Ordinarius für westfälische Landesgeschichte, Münster

 

 

Die Landwehr ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, insbesondere für den Landesausbau der Territorien des späten Mittelalters. „Unter Landwehren versteht die historische Wissenschaft Wallanlagen, die ein Stück Land nach einer oder mehreren Seiten abgrenzen oder sperren. Ursprünglich sind sie in den meisten Fällen von einem oder zwei Gräben begleitet und durch eine auf dem Wall angepflanzte Hecke verstärkt.  

Landwehren werden im allgemeinen im Verlauf oder ungefähren Anlehnung an den Verlauf von Stadt-, Kirchspiel-, Gerichts- oder Territorialgrenzen errichtet. Ihr Zweck ist nicht primär darauf gerichtet, die Grenze zu markieren, sondern eine Sperrlinie zu errichten. Unter den Gründen für ihre Anlage dominieren fiskalische Gesichtspunkte (Verhinderung des Umfahrens von Zollstellen), vor allem aber der Gesichtspunkt der Einschränkung der Beweglichkeit bewaffneter Verbände. Sie dürften daher in erster Linie als Denkmäler der Friedewahrung gelten, deren Intensivierung einen der Hauptzüge des spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Territorialstaates darstellt. Landwehren sind in der Zeit vom 14. bis in das 17. Jahrhundert durchgehend genutzt, erneuert und erhalten worden. 

Im Mittelalter war die Landwehr bzw. Wegesperre mit ineinander geflochtenen Dornensträuchern bepflanzt, die sich undurchdringbar machten. An jenen Stellen, an denen Fernstraßen bzw. andere Wege der Landwehr die Landwehr querten, waren die Durchgänge mit Schlagbäumen gesichert. An diesen „Schlägen“ konnten Zollstellen eingerichtet werden. 
 

 

Quelle:

http://www.ennepetal.de

 

 

 

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Die Landwehre  

aus: Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz


Im rechtlichen Verstande nennt man Land Wehre, Land Gränze, oder Landes Mark, die Gränze oder den Umfang des Gebiethes, so weit sich dasselbe erstreckt. In natürlicher Bedeutung: die Beschließung oder Verwahrung der Gränze eines Insonderheit oder heißen Land oder Feld Wehren, gewisse an den Haupt Gränzen etlicher Länder von alten Zeiten aufgeworfene weite und tiefe Gräben, auf deren Dämmen, Schüttungen oder Aufwürfen dicke und starke Hecken Büsche gezogen worden sind. Dergleichen Land Wehre ist noch gegen das Eisfeld in Thüringen vorhanden; sie ist etliche Meilen lang, und wird das Knickicht genannt, weil das Holz, welches darauf steht, vor Alters nach damahliger Gewohnheit jung von oben herein geknickt worden ist, damit es nicht in die Höhe, sondern dicht in einander wachse, daher es auch so dick und dicht durch einander geflochten ist, daß fast weder Menschen noch Vieh ohne Gewalt durchdringen können.Aus des Strabo Beschreibung des Arduenner Waldes läßt sich schließen, daß schon damahls unsere Vorfahren sich der Knickichte und Land Wehren bedient, und dadurch ihre Länder befestigt haben.  

 

Cäsar De bello gallico, L. 6. erzählt von den Nerviern, einer gallischen Nation, „daß sie um ihre Lande zarte Bäume behauen, zur Erde gebogen und eingeleget hätten, wovon bald zwischen dornigen, mit Fleiß auch dazwischen gepflanzten Sträuchen auf allen Seiten frische und neue Aeste heraus getrieben,und dergestalt auf und zusammen gewachsen seyn, daß sie statt einer Mauer dienen, und besonders der feindlichen Reiterey widerstehen konnten.” Nach ihrem Beyspiele ließ darauf Hadrianus an verschiedenen Orten des römischen Reiches dergleichen Knickichte und Land Wehren, um den Einfall der Feinde aufzuhalten, anlegen.

 

 

Die Landwehr.pdf [ 915.3 KB ]

Ein Beitrag von Alexander Schneider  

  

 

*Download Quelle: Verein für Heimatkunde Krefeld e.V.

Ein Beitrag von Herbert Sallmann aus "Die Heimat 80/2009"

Das Bodendenkmal Landwehr im Krefelder Forstwald. Informationen über die Sicherung ihres Bestandes

 

 

 

*Download Quelle: Verein für Heimatkunde Krefeld e.V.

Ein Beitrag von Herbert Sallmann aus Die Heimat 80/2009

Archäologische Untersuchungen an der mittlealterlichen Landwehr Hückelsmay von Christoph Reichmann

 

 

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